Gesundheit am Arbeitsplatz

Teil 1: Was wir im Homeoffice gegen Stress tun können

Homeoffice hat zuletzt durch die Corona Pandemie einen neuen Stellenwert in der Arbeitswelt eingenommen und verändert unseren Arbeitsalltag. Viele Menschen machen sich jedoch keine Gedanken um die Gesundheit und das damit verbundene Wohlbefinden. Spätestens nach einem Jahr ohne Büro merkt der ein oder andere, dass man nicht „ganz normal“ weiterarbeiten kann. Deshalb möchten wir euch die nächsten Wochen durch eine Reise der Gesundheit am Arbeitsplatz im Homeoffice nehmen. Da FLAVIA schon seit Jahren mobil unterwegs ist, haben wir den ein oder anderen Trick in der Hinterhand, gewürzt mit aktuellen Forschungsergebnissen.

Psyche first im Homeoffice

Das, was die meisten am schnellsten merken, ist die psychische Gesundheit. Während sich der eine über die Ruhe, Konzentration und heimische Umgebung freut, fällt es dem nächsten eher schwer sich ohne physischen Kontakt angebunden und einbezogen zu fühlen. Aus der Forschung wissen wir, dass es zwei wichtige Faktoren gibt: Technostress und Einsamkeit

Technostress

Der dubiose Begriff bezeichnet ein allgemein bekanntes Phänomen: Stress, der durch die Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelöst wird. Dieser ist im Homeoffice noch mal wichtiger, da wir ihn weniger gut in den Griff bekommen. Zum Beispiel gehört der Ärger über fehlende Berechtigungen und unnötige Onlinemeetings dazu. Auch längere Antwortzeit auf eine Chatnachricht als auf einen Besuch im Büro können Technostress auslösen. Während wir vor Ort den Kopf nach links drehen und uns beim Kollegen über die gesperrte Seite aufregen können, müssen wir uns im Homeoffice oft mit einer Nachricht begnügen, die erst nach mehreren Minuten beantwortet wird – wenn wir Glück haben.

Um diesen Stress zu reduzieren, kann man nun an zwei Stellschrauben arbeiten: Dem Dampf-Ablassen oder dem Stress selbst. Es klingt zwar etwas merkwürdig, aber beide sind tatsächlich effektiv. Einsamkeit wird durch Kontakt beendet. Und wenn dieser Kontakt bedeutet, dass man sich über die Technik, Zugangsberechtigungen oder langsames Internet aufregen kann, dann entsteht eine Verbindung und wir fühlen uns weniger einsam mit dem Problem vor dem Computer.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch einfach hilfreich, wenn es keine Zugriffsprobleme, klare Kommunikationskanäle und schnelle Antworten gibt. Die interne Infrastruktur kann dabei viel ausmachen. Bei FLAVIA haben wir ein Ticketsystem eingeführt, sodass jeder Mitarbeiter schnell und einfach Tickets an das Admin Team senden kann, damit sich jemand um die Anliegen kümmert. Es hilft einfach schon zu wissen, dass sich jemand des Problems annimmt.

Einsamkeit

Vor dem eigenen Computer zu sitzen kann schnell langweilig werden. Das Allerwichtigste, um an der Situation etwas zu verbessern ist, sich dafür nicht schlecht zu fühlen. Ein Kollege merkt an, dass ihm der Kontakt fehlt? Super! Redet drüber. Ihm ein schlechtes Gewissen zu machen, weil er keine Freunde hat, hilft niemandem weiter. Soziologen sind der Ansicht, dass wir uns momentan an einer T-Kreuzug befinden. Für manche sind Kollegen ein wichtiger sozialer Bezugspunkt, wie die letzten Jahrhunderte. Für andere wird die Arbeit und damit auch die Kollegen immer weniger wichtig, sodass sie ihre sozialen Bezugspunkte lieber komplett außerhalb der Arbeit suchen. Aber auf welcher Seite des Spektrums man sich selbst auch einordnen mag, eins gilt für alle: Je besser die Beziehung zu den Kollegen, desto höher die Arbeitszufriedenheit und das Commitment. Gemeinsame Chaträume für Kaffeepausen, Onlineevents und Lanpartys können jedem gut tun, ganz egal, wie man die Beziehung auf der Arbeit sonst halten mag – alles auf freiwilliger Basis natürlich. Deshalb veranstalten wir bei FLAVIA beispielsweise gemeinsames Grillen im Büro, Spieleabende oder auch Escape Rooms. Viele unserer Kollegen nutzen das Vor-Ort-Angebot gerne, um auch mal live zusammen zu sitzen.

Zum Nachlesen

Didem Taser, Esra Aydin, Alev Ozer Torgaloz, Yasin Rofcanin (2022). An examination of remote e-working and flow experience: The role of technostress and loneliness, Computers in Human Behavior (127) https://doi.org/10.1016/j.chb.2021.107020.

Simon, L. S., Judge, T. A., & Halvorsen-Ganepola, M. D. (2010). In good company? A multi-study, multi-level investigation of the effects of coworker relationships on employee well-being. Journal of Vocational Behavior76(3), 534-546.

Wilkerson, J. M., Evans, W. R., & Davis, W. D. (2008). A test of coworkers‘ influence on organizational cynicism, badmouthing, and organizational citizenship behavior. Journal of Applied Social Psychology, 38(9), 2273-2292.

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